Das perfekte Pulled Pork – die 24h Challenge

Pulled Pork – die Königsdisziplin! Ganz so ist es nicht. Das zerrupfte Schweinefleisch selber zu machen ist weniger schwierig als man denkt. Man benötigt nur viel (Warte)zeit und muss ein paar Abläufe beherzigen. Hält man sich an den Plan, gelingt auch das perfekte schmackhafte und saftige Pulled Pork.

Man kann Pulled Pork auf verschiedene Weisen zubereiten. Die leckerste und ehrlichste Art und Weise ist natürlich die vom Grill oder Smoker. Genau diese will ich euch hier näher bringen. Legen wir also los!

Equipment

  • Großer Kugelgrill mit Deckel
  • Eine Alu-Schale
  • Thermostat mit zwei Fühlern – einen für die Umgebungstemperatur des Grills und einen für die Kerntemperatur des Fleisches
  • Frischhaltefolie
  • Eine Marinadenspritze
  • Briketts – gebt hier besser etwas mehr Geld aus. Qualitativ hochwertige Briketts glühen besser und länger
  • Holz-Chips – z.B. Hickory Chips

 

Zutaten

  • 4-5 kg Schweineschulter mit Knochen
  • 1 L naturtrüber Apfelsaft
  • 4 EL Senf
  • 4 EL Honig
  • 4 EL Wasser
Für den Rub
  • 6 EL brauner Zucker
  • 6 EL Salz
  • 4 EL schwarzer Pfeffer
  • 4 EL Kreuzkümmel
  • 4 EL Koriander
  • 4 EL geräuchertes Paprikapulver
  • 2 EL Senfkörner
  • 2 EL Rosmarin
  • 2 EL Knoblauchpulver
  • 2 EL Zwiebelpulver
  • 2 EL Currypulver
  • 1 EL Cayennepfeffer
  • 1 EL Zimt
  • 1/2 EL Espressopulver
  • 1/2 EL Chillipulver
  • 3 Nelken

 

Zubereitung

TAG 1: Den ersten Schritt (das Einlegen des Fleisches) müsst ihr unbedingt einen Tag vor dem eigentlich zubereiten, also dem Tag wo das Pulled Pork auf den Tisch kommt, durchführen.

Die Schweineschulter wird zunächst vom überflüssigen Fett befreit. Ihr könnt ruhig etwas dran lassen, aber der größte Teil sollte runter. Wir wollen ja nachher das zarte und saftige Schweinefleisch genießen und nicht überwiegend auf Fett rum kauen.

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Anschließen geht’s ans Injizieren. Dazu benötigen wir etwa 0,5 L des naturtrüben Apfelsaftes.

Mit der Marinadenspritze spritzen wir alle 2-3 Zentimeter den Apfelsaft in das Fleisch. Steckt die Spritze tief in das Fleisch, jedoch nicht so tief, dass sie unten wieder raus kommt. Zieht die Spritze langsam nach oben und drückt dabei die Flüssigkeit aus der Spritze. Es ist ganz normal, dass die Flüssigkeit auch wieder etwas ausläuft.

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Nun geben wir alle Zutaten für den Rub in eine Schüssel, nachdem wir die groben Gewürze mit einem Mörser oder mit der Küchenmaschine zerkleinert haben. Die Gewürzmischung wird gut vermengt und bereit gestellt.

In einer zweiten Schüssel vermengen wir den Senf, den Honig und das Wasser. Mit dieser Flüssigkeit schmieren wir das Fleisch ein, um den Rub besser zum halten zu bringen.

Anschließend massieren wir den Rub in das Fleisch ein. Genau, richtig gelesen…wir massieren!

Ist das Fleisch schön mit ordentlich Rub umgeben, wickeln wir die Schweineschulter in Frischhaltefolie ein. Ruhig schön eng und mit reichlich Folie umwickeln, damit von der Marinade nichts ausläuft.

Das gute Stück kommt jetzt über Nacht in den Kühlschrank. Dort hat der Rub und die Marinade genug Zeit in das Fleisch einzuziehen.

TAG 2: Heute ist der große Tag. Männerträume werden wahr. Das Schwein wird endlich geräuchert!

Wer abends sein Pulled Pork genießen möchte, der kommt nicht drumherum morgens mit der ersten Tasse Kaffee den Grill anzuzünden. Wichtig ist die richtige Vorbereitung des Grills, denn wir wollen über 12-14 Stunden möglichst eine konstante Temperatur halten.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass dies mit einem sogenannten „Minion-Ring“ aus Briketts am einfachsten gelingt. Für den „Minion-Ring“ legt man eine Reihe Briketts entlang der Innenwand des Kugelgrills. Dabei lässt man an einer Stelle eine Lücke von etwa 10 Zentimetern. Die zweite Reihe lehnt versetzt an der ersten Reihe. Eine dritte Reihe liegt dann noch oben drauf. Zwischen den Briketts sollten möglichst keine Lücken sein, da diese nacheinander anglühen sollen. Abschießend legen wir die Holz-Chips auf den fertigen Ring. Wir bringen 5-6 Briketts in einem Kamin zum glühen und bauen diese dann an den Anfang des „Minion-Rings“. Achtet hier darauf, dass diese nur an einer Seite anliegen und nicht zugleich das Ende des Rings angeglüht wird.

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Nun können wir die Alu-Schale in die Mitte des Rings stellen und mit dem restlichen naturtrüben Apfelsaft füllen. Anschließend das Grillrost auflegen.

Ein Fühler des Thermostats kommt nun als Fühler für die Umgebungstemperatur auf das Grillrost. Nun schließen wir den Grill mit dem Deckel und drehen das erste Mal Däumchen.

Sobald der Grill eine Temperatur zwischen 100 und 120 Grad erreicht hat, können wir die Schweineschulter in die Mitte es Grillrost legen. Den zweiten Fühler stecken wir möglichst mittig in das Fleisch, jedoch mit etwas Abstand zum Knochen, da dieser i.d.R kälter ist als der erst des Fleisches.

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Der Deckel kommt nun wieder drauf und ab jetzt heißt es – warten. Laaaange warten. Durch den „Minion-Ring“ sollte die Temperatur immer zwischen 100 und 120 Grad bleiben. Sollte die Temperatur mal unter 100 Grad abfallen, nicht direkt in Panik verfallen. Meistens regelt sich das von alleine, sobald ein weiteres Brikett Feuer fängt. Tut sich auch nach 15-20 Minuten nix mehr nach oben, kann man mit 2-3 zusätzlich glühenden Briketts nachhelfen. Vermeidet aber den Deckel zu häufig zu öffnen. Das kostet jedes Mal Hitze und der Grill muss sich danach erst wieder hochfahren.

Das gute Stück bleibt nun für 12-14 Stunden auf dem Grill bis es eine Kerntemperatur von 91 Grad hat. Es wird passieren, dass das Thermostat Streckenweise nicht mehr nach oben klettert. Das sind die sogenannten Plateauphasen. Auch hier heißt es – keine Panik. Das ist ganz normal und hier hilft nur geduldig warte.

Es ist soweit das Thermostat zeigt 91 Grad. Der Deckel geht auf und ein wunderschönes Stück Fleisch strahlt uns an. Es duftet nach Rauch und die Schulter ist knusprig braun bis schwarz.

Wir nehmen das Fleisch vom Grill und lassen es noch mal 15 Minuten in Ruhe liegen. Anschließend rupfen wir das Stück mit zwei Gabeln in einer Auflaufform auseinander. Das Fleisch fällt fast von selbst vom Knochen.

Wir geben etwas von dem Saft aus der Alu-Schale hinzu und wer mag kann auch etwas BBQ Sauce dazugeben.

Zu viel versprochen? Ist dieses Pulled Pork nicht der Hammer? Pack es zwischen zwei Burger Buns und kipp BBQ-Sauce drauf. Hier findest du außerdem noch den perfekten Coleslaw dazu.

Written by Waterman